GEW Baden-Württemberg

Mitglieder im Ruhestand

Gewerkschaftsmitglieder auf Zeitreise

Hechingen/Zollernalbkreis. Mitglieder im Ruhestand der Lehrergewerkschaft GEW im Zollernalbkreis besuchten kürzlich das Museum für Alltagskultur im Schloss Waldenbuch.
Das Museum für Alltagskultur ist eines der bedeutendsten Volkskundemuseen im deutschsprachigen Raum. Im ehemaligen Jagdschloss der württembergischen Herzöge warten auf die Besucher Exponate der Alltagskultur von 1900 bis in die Gegenwart.

Für eine ganze Reihe von Ruheständlern war der Besuch des Museums eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Da war der Schüttstein in der Küche und der Eisschrank, nicht der elektrisch betriebene Kühlschrank und ein Holz und Kohle verzehrender Kochherd. Die Küche war früher getrennt vom eigentlichen Wohnbereich im Gegensatz zur heutigen Wohnküche mit monströser Dunstabzugshaube. Die kuscheligen Decken im Schlafzimmer täuschen darüber hinweg, dass die Schlafzimmer in aller Regel nicht beheizt waren. Eisblumen am Fenster im Winter waren keine Ausnahme. Von wegen Mehrfachverglasung! Ein Bad oder gar eine Dusche gab es nicht. Wenn samstags Badetag war, wurde der große verzinkte Waschzuber oder die Blechbadewanne in der Küche aufgestellt und die Familienmitglieder, eines nach dem anderen, badeten. Wobei das Wasser in aller Regel nicht gewechselt, sondern nur neues, warmes, nachgefüllt wurde.

Nach dem zweiten Weltkriege kamen die Nierentische und Radios mit „magischem Auge“ in Mode. Plastikartikel begannen ihre Reise in die Jetztzeit. Der früher als Beleuchtung benutzte Kienspan musste der Kerze, der Petroleumlampe und dem Gaslicht weichen. Die Glühbirne, mittlerweile am Aussterben, hielt Einzug. Die Führerin durch die Ausstellung ging auch auf die Veränderung der Arbeitszeiten und des Lebensrhythmus‘ ein. Hygiene-, Putz- und Kosmetikartikel, zum Teil heute noch bekannter Marken, waren ebenso ein Thema wie das Aufkommen von Versicherungen. An bestimmten Merkmalen konnten die Besucher erkennen, dass die Religion und die daraus resultierenden Gepflogenheiten früher stärker im Bewusstsein der Menschen verankert waren.

Die Führung und die Exponate waren höchst interessant und riefen bei vielen Besuchern so manche Erinnerung an früher wach.

Und da man eh schon in Waldenbuch war, stattete man der dortigen, weithin bekannten Schokoladenfabrik einen Besuch ab.

Text/Foto:   Bernd Ullrich

Ruheständler der GEW-Lehrergewerkschaft des Zollernalbkreises bei ihrem Besuch im Museum für Alltagskultur im Schloss Waldenbuch.