GEW Baden-Württemberg
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Sparen auf Kosten der Bildung - unser Statement von 2017 - immer noch aktuell

Mehr Aufgaben, weniger Lehrkräfte, mehr Unterrichtsausfall

Die GEW im Zollernalbkreis bezeichnet den Landeshaushaltsplan 2017 als (grün-)schwarzen Tag für die Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg. Die Eltern müssten sich auf eine weitere Verschlechterung der Unterrichtsversorgung einstellen.

„Die Landesregierung will den Schulen im nächsten Jahr 500 Lehrerstellen wegneh­men, obwohl die Schülerzahlen steigen und mit Ganztagsschulen und Inklusion ständig weitere Aufgaben auf die Lehrkräfte zukommen. Die Qualität des Unterrichts kann nur dort verbessert werden, wo er stattfindet. Statt Sparauflagen aus dem Hause Sitzmann und Kretschmann brauchen wir eine nach­haltige Bildungspolitik und Gestaltungsspielräume für das Kultusressort. Dazu gehören der Verzicht auf Stellenstreichungen und ein Ausbau der völlig unzureichenden ständigen Krankheitsreserve“, so Martina Jenter-Zimmermann, GEW-Kreisvorsitzende im Zollernalbkreis.

Die GEW berichtet von vermehrtem Unterrichtsausfall in diesem Schuljahr und fehlenden Lehrkräften für die Vertretung. Im vergangenen Jahr standen landesweit,  neben der ständigen Lehrerreserve von 1.666 Stellen, 3.792 befristet Beschäftigte für Ver­tretun­gen und andere Aufgaben zur Verfügung. Es gelingt nicht mehr, für die rund 6.500 Fälle von Mutterschutz und Langzeiterkrankungen, Ersatz zu finden.

"Trotz aller Versprechungen werden Grundschulen weiter benachteiligt. Als einzige Schulart erhalten sie keine Poolstunden für zusätzliche Ange­bote wie beispielsweise För­derunterricht. Der grün-schwarze Koalitionsvertrag ist nur wenige Monate nach der Unterzeichnung das Papier nicht mehr wert. Wo bleibt zum Beispiel der ver­sprochene Ethikunterricht? Wie soll Digitalisierung gelingen, wenn der Informatikunterricht nur häppchenweise eingeführt wird? Statt der versprochenen Ruhe für die Schulen wächst dort bei allen Beteiligten die Unzufriedenheit, weil die Baustellen anwachsen und von ernsthaften Bemühungen für Qualitätsver­besserung nichts zu spüren ist“, erklärte Jenter-Zimmermann.

Die GEW setzt sich im Rahmen der bundesweiten GEW-Initiative „Bildung. Weiter denken!“ für eine bessere Finanzierung von Kitas, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ein.

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