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Landesweite GEW-Online-TagungBildungsgerechtigkeit ist allen wichtig

Rund vier Wochen vor der Landtagswahl befragte die GEW Politiker*innen der Grünen, CDU, SPD, FDP und der Linken, wie sie Schule und Bildung die nächsten Jahre gestalten wollen.

 

10.02.2021 - Maria Jeggle

In der Diskussion mit den bildungspolitischen Specher*innen Elke Zimmer (Grüne), Karl-Wilhelm Röhm (CDU)  Stefan Fulst-Blei (SPD), Timm Kern, (FDP) und der Landesprecherin der Linken, Sahra Mirow, waren sich alle mit der GEW einig, dass mehr für Bildungs- und Chancengerechtigkeit getan werden müsse. Konsens war auch, dass Lehrkräfte und Schulleitungen mehr Wertschätzung verdient hätten, vor allem in Coronazeiten, wo viele Herausforderung neu dazukämen. 

Wie Bildungsgerechtigkeit erreicht werden kann, sehen die Vertreter*innen der Parteien wenig überraschend sehr unterschiedlich. Für die GEW ist unbestritten, dass verbindliche Ganztagsschulen ein Beitrag dafür sein können. CDU und FDP wollen sich nach dem Elternwillen richten und lehnen Verbindlichkeiten ab. Bei der Grundschulempfehlung ist es genau anders herum. Hier trauen diese Parteien nicht allen Eltern eine verantwortungsvolle Entscheidung zu und wollen zurück zur Verbindlichkeit der Empfehlung.

Was die Parteien besonders wichtig finden

Bei der FDP steht der Leistungsbegriff im Vordergrund. „Weltbeste Bildung“ will sie von der frühkindlichen Bildung bis zur Volkshochschule erreichen. Die SPD findet das soziale Lernen ganz wichtig und will Schule als Ganzes entwickeln und nicht nur einzelne Lehrkräfte qualifizieren. „Lernendes Kollegium 4.0“ heißt das Qualifizierungskonzept der SPD. Röhm von der CDU will Schulleitungen mehr Rechte einräumen, er will „Schulleitungen zu Schulleitungen machen“, die auch mal „durchgeknallte Eltern der Schule verweisen“ können sollten. Elke Zimmer von den Grünen will, dass Ressourcen dahin kommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden. Den Klassenteiler zu senken, widerspräche diesem Prinzip. Und „Schule ohne Noten“ sei eine Vision für sie. Die Linke Sahra Mirow betonte das längere gemeinsame Lernen und will viel mehr Geld ins Bildungssystem stecken.

Herkunft der Eltern darf für den Bildungserfolg nicht entscheidend sein

„Im Moment ist Bildungsgerechtigkeit in aller Munde. Wir als GEW verstehen unter Bildungsgerechtigkeit die bestmögliche Förderung und Teilhabe aller Kinder von ganz klein bis zum Verlassen der Schule mit dem für sie besten Abschluss. In dieser Hinsicht erwarten wir von denjenigen, die die nächste Landesregierung stellen, endlich die Ausstattung des Bildungsbereiches, die das weitere Auseinanderdriften der sozialen Schere verhindert. Wir wollen nicht, dass der Bildungshintergrund der Eltern, der Geldbeutel und die Herkunft der Eltern über die möglichen Bildungserfolge der Kinder entscheiden. Dafür werden wir uns weiterhin beharrlich einsetzen“, sagte die GEW-Vorsitzende Monika Stein und fügte hinzu: „Dass die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien, aber auch die Schulen nicht den Stellenwert in der Politik haben, wie wir uns alle wünschen würden, sehen wir an den Versäumnissen während der Pandemie – und auch an den Versäumnissen der letzten Jahre, die durch Corona offensichtlich wurden.“

An der Online-Tagung nahmen rund 300 GEW-Vertrauensleute und Personalrät*innen aus allen Schularten aus ganz Baden-Württemberg teil. Aus ihren Reihen kamen zahlreiche Fragen, die gebündelt bei den Vertreter*innen der Politik ankamen.

Die Online-Tagung zum Nachhören: