GEW Baden-Württemberg

GEW fordert mehr Personal und bessere Besoldung

Bei einer kurzen Protestkundgebung am 6. April vor dem Versammlungssaal in Lauda-Königshofen und auch in Kupferzell fordern Lehrerinnen und Lehrer der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) eine bessere Ausstattung bei Personal und Besoldung.

Im Anschluss an die offizielle Teilpersonalversammlung der Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie für Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren im Staatlichen Schulamt Künzelsau haben sich einige Lehrkräfte zu der landesweit durchgeführten Aktion „Bildung. Weiter denken!“ postiert. Auf ihren Plakaten fordern sie, die Unterrichtsversorgung zu verbessern, die Besoldung gerechter zu gestalten, den Lehrermangel - vor allem an Grundschulen und in der Sonderpädagogik - zu beheben oder auch, das Thema „Inklusion“ in der Praxis durch eine bessere Ausstattung mit Ressourcen zu stärken.

Viele Forderungen resultieren aus Anträgen an die Landespolitik, die auch bei der Personalversammlung auf der Tagesordnung standen. Zur Unterrichtsversorgung etwa fordert die Gewerkschaft eine verlässliche Vertretungsreserve. Wenn heute eine Lehrerin in Mutterschutz geht, gibt es keinen Ersatz. Wenn das an einer verlässlichen Grundschule geschieht, an der kaum Unterricht ausfallen darf, müssen ihre Stunden durch Notmaßnahmen ersetzt werden. Die Schüler der fehlenden Lehrkraft werden z.B. auf andere Klassen verteilt oder Kolleginnen machen meist unbezahlte Überstunden. Dies belastet nicht nur die Lehrkräfte, es beeinträchtigt auch die Schüler beim Lernen.

„Viele Kolleginnen sind völlig überlastet“, so eine Kollegin aus der Gemeinschaftsschule, „zusätzlich müssen wir Lernentwicklungsgespräche führen und Lernentwicklungsberichte schreiben, auch die wöchentlichen Coaching-Gespräche führen zu einer deutlichen Mehrbelastung.“ Für die zahlreichen Zusatzaufgaben brauchen die Kolleginnen und Kollegen an den Gemeinschaftsschulen eine angemessene Anrechnung.

Aus einer Realschule, die nach der Grundschule die größte Heterogenität in den Klassen hat, kommt die Klage: „Ich habe 30 Jungen und Mädchen in der Klasse. Wie soll ich in so einer großen Klasse allen Kindern gerecht werden?“ – Vor allem für große Realschulen ist eine Senkung des Klassenteilers dringend notwendig.

Ressourcen fehlen auch, um die Inklusion im Alltag umzusetzen. „Inklusion ohne ausreichende Ressourcen scheitert“, heißt es auf einem der Plakate.

Wer an der Bildungspolitik spart, verschlechtert die Bedingungen an den Schulen. Nur eine ausreichende Lehrerversorgung einschließlich Vertretungsreserve kann gute Bildung ermöglichen, so die Meinung der Lehrerinnen und Lehrer aus der GEW.