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Ohne Qualitätsverbesserung fehlt dem Handwerk der Nachwuchs

Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) und die GEW machen sich gemeinsam für einen Ausbau der Lehrerfortbildung und Investitionen zur Qualitätsverbesserung in allen Schularten stark.

19.01.2017 - GEW-Pressemitteilung

„Immer wieder müssen Betriebe Lehrstellenbewerber wegen nicht ausreichender Kenntnisse in Rechnen und mangelnder Deutschkenntnisse ablehnen, obwohl sie dringend neue Auszubildende suchen“, erklärte am Donnerstag (19.01.) in Stuttgart Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. Die Unterrichtsqualität müsse dringend verbessert werden, die Suche nach Nachwuchs werde sonst immer schwieriger. „Eine gute Schulbildung schafft die Grundlage für den späteren Berufserfolg“, unterstrich Reichhold.

„Wir hören aus der Landesregierung seit Monaten in Sonntagsreden viel über die notwendige Qualitätsentwicklung in unseren Schulen. Wie soll das gehen, wenn Lehrerstellen gestrichen werden, Unterricht ausfällt und jetzt sogar das Kultusministerium die Gelder für die Lehrerfortbildung stark kürzt? Das ist angesichts des Bedarfs unglaublich“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Handwerkstag und GEW waren sich in einem gemeinsamen Gespräch einig, dass alle Jugendlichen die Schule mit den Kompetenzen verlassen müssen, die für eine berufliche Ausbildung erforderlich sind. Die beiden Organisationen erwarten, dass die Berufsorientierung in allen weiterführenden Schulen ein größeres Gewicht erhält, die regionalen Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben ausgebaut und Lehrkräfte für die Beratung ihrer Schüler/innen besser qualifiziert werden. Gleichzeitig müsse die individuelle Förderung von Anfang an durch entsprechende Poolstunden für die Grundschulen ermöglicht werden.

„Wer sich in der Lehrerfortbildung auskennt, weiß, dass jede Woche viele Lehrerinnen und Lehrer Absagen erhalten, weil es nicht genügend Fortbildungsangebote gibt. Die Politik muss  ihre Hausaufgaben machen. Wir brauchen vor allem mehr an den veränderten Aufgaben orientierte Fortbildungsangebote und eine bessere Begleitung der Schulen bei Reform-prozessen“, sagte Moritz.

„Wir wissen aus dem Handwerk, dass ein guter Arbeitgeber dafür sorgt, dass seine Beschäftigten ihre Arbeit gut machen können. Die Landesregierung sollte die Unzufriedenheit ihrer Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen ernst nehmen. Wenn Lehrerstellen gekürzt werden, während überall Unterricht ausfällt und gute Fortbildungen fehlen, wächst nicht nur die Unzufriedenheit bei den Lehrkräften und den Eltern. Am Ende fehlt den Betrieben gut qualifizierter Nachwuchs“, sagte Reichhold.

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