GEW Baden-Württemberg
Du bist hier:

Schuljahr 2021/2022Von Normalität weit entfernt

Am Montag beginnt das dritte Corona-Schuljahr – und das Land hat noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Die GEW fordert unter anderem mehr Luftreinigungsgeräte, PCR-Tests als Standard und mobile freiwillige Impfangebote.

08.09.2021 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW hofft auf ein Schuljahr mit Unterricht in den Klassenzimmern und setzt sich für weitere Maßnahmen ein, um den Präsenzunterricht dauerhaft möglich zu machen.

„Jede geimpfte Person ist ein weiterer Baustein, damit die Verbreitung der Pandemie gebremst wird und damit auch Kitas und Schulen geöffnet bleiben können. Unsere pädagogischen Profis in Kitas und Schulen sind dabei Vorbilder: Wir gehen von einer Impfquote von 80 bis 95 Prozent aus. Ich danke allen Erzieher*innen und Lehrkräften für ihren Einsatz und wünsche ihnen und den Kindern und Jugendlichen ein Schuljahr, in dem es auch noch andere Themen als Corona geben soll. Von Normalität in den Klassenzimmern der 4.500 Schulen sind wir aber noch weit entfernt“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, bei der Pressekonferenz in Stuttgart zu dem am Montag (13. September) beginnenden Schuljahr.

GEW dankt pädagogischen Profis: Vorbilder bei der Impfbereitschaft

Für die Landesregierung und Schulträger hat die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft bereits vor dem Start der Schule Hausaufgaben. Dazu gehören mehr Luftreinigungsgeräte, PCR-Tests als Standard, mobile freiwillige Impfangebote der Schulträger an weiterführenden und Beruflichen Schulen und eine Entlastung der Schulleitungen bereits in diesem Herbst.

An den weiterführenden Schulen fehlten zum Beispiel noch leicht verständliche Flugblätter zum Impfen für Jugendliche und deren Eltern, die am ersten Schultag verteilt werden könnten. Stein regt auch mehr Kreativität an, um die Zielgruppen zu erreichen. „Es reicht nicht, wenn die Schulleitungen vom Kultusministerium Links zum Thema Impfen zugesandt bekommen. Wir wünschen uns mehr Engagement vom Kultus- und Sozialministerium. Wir wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?“, so die GEW-Landeschefin.

Jetzt die Weichen für eine bessere Bildung stellen

Die GEW hat hohe Erwartungen an Kultusministerin Schopper. „Nach fünf Jahren Stillstand kann sie eine grüne Handschrift in der Bildungspolitik zeigen und grüne Projekte wie die Stärkung der Inklusion, der Ganztagsausbau und der Einsatz für mehr Chancengleichheit in den Kitas und allen Schularten endlich voranbringen. Die Grünen besetzen mit dem Kultus-, dem Wissenschafts- und dem Finanzministerium erstmals die drei wichtigen Ressorts, mit denen sie die Weichen für eine bessere Bildung stellen können“, sagte Stein.

Die Chefin der größten bildungspolitischen Vertretung im Südwesten weist auf den weiter wachsenden Lehrkräftemangel an vielen Schularten hin. „Unsere Vorschläge und Lehrkräftebedarfsprognosen liegen auf dem Tisch. Kultusministerin Theresa Schopper und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer müssen schnell handeln, sonst werden die grün geführten Landesregierungen als diejenigen in den bildungspolitischen Geschichtsbüchern landen, unter denen sich der Lehrkräftemangel stark verschärft hat“, mahnte die GEW-Landesvorsitzende.