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Technische LehrkräfteFlexibilisierungserlass verlängert

Das Land hat die Maßnahmen zur Flexibilisierung des Einsatzes von Technischen Lehrkräften an Beruflichen Schulen für das Schuljahr 2019/2020 verlängert. Ziel ist es, freie Kapazitäten der Lehrerinnen und Lehrer zu nutzen.

19.09.2019 - Jörg Sattur, Vorsitzender des Arbeitskreises der Technischen Lehrkräfte an Beruflichen Schulen

Zur Nutzung freier Kapazitäten bei Technischen Lehrkräften führte das Land zum Schuljahr 2012/13 Maßnahmen zur Flexibilisierung des Einsatzes von Technischen Lehrkräften an Beruflichen Schulen ein. Ziel war es unter anderem auf diesem Wege, die Förderqualität im Übergangsbereich auszuweiten und zu verbessern. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn spezialisierte Fachkenntnisse von Lehrkräften zwischenzeitlich weniger nachgefragt werden und von einer Abordnung an eine entfernt liegende Schule mit Bedarf abgesehen werden soll.

Diese Flexibilisierungsmaßnahmen wurden jetzt nochmals für das Schuljahr 2019/2020 verlängert

Folgende Maßnahmen können im Rahmen der Flexibilisierung durchgeführt werden:

  1. Maßnahmen in der Zweijährigen zur Fachschulreife führenden Berufsfachschule:
    1.1 Einrichtung von Ganztagesklassen
    1.2 Einsatz der Kompetenzanalyse Profil AC (BS) und individuelle Förderung
    1.3 Förderung in den Kernfächern durch Teamteaching
  2. Maßnahmen in der Einjährigen Berufsfachschule:
    2.1 Einrichtung von Ganztagesklassen
    2.2 Praxistag in den Werkstätten und Einrichtungen der Schulen
  3. Maßnahmen in Berufseinstiegsjahr, Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf, Kooperationsklassen, AVdual und BFPE:
    3.1 Ergänzende Förderangebote in Ganztagsklassen
    3.2 Unterstützung der Binnendifferenzierung
  4. Übergreifende Maßnahmen:
    4.1 Zusätzliche Wahlangebote in allen Schularten der beruflichen Schulen
    4.2 Fachpraktische Angebote zur Berufsorientierung für allgemeinbildende Schulen
    4.3 Zusätzliche Gruppenteilung in drei Gruppen im fachpraktischen Unterricht (nachrangig zu allen oben genannten Flexibilisierungsmaßnahmen)

Voraussetzung für die Anwendung der Flexibilisierungsmaßnahmen ist nach wie vor, dass dadurch an der jeweiligen beruflichen Schule und in der jeweiligen Region das Defizit oder die Bugwelle nicht erhöht werden und die vorrangige Sicherung des Pflichtunterrichts nicht gefährdet wird und zumutbare Personalmaßnahmen umgesetzt werden.

Die Zustimmung des zuständigen Regierungspräsidiums zu den geplanten Flexibilisierungsmaßnahmen ist deshalb weiterhin notwendig.

Der GEW-Arbeitskreis der Technischen Lehrkräfte an Beruflichen Schulen möchte noch darauf hinweisen, dass Minusstunden nur im Einvernehmen mit der betroffenen Lehrkraft entstehen können (siehe auch HPR-Rundschreiben vom Mai 2016). Angestellte Lehrkräfte (Tarifbeschäftigte) haben einen Anspruch auf die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit, hier können de facto keine Minusstunden entstehen.

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