GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:
David Warneck, Andreas Deuschle, Hans Dörr

GEW im Gespräch

mit MdL Andreas Deuschle

Am Dienstag, den 14.03. sprachen Hans Dörr (GEW-Kreisvorsitzender) und David Warneck (stellv. GEW-Kreisvorsitzender) mit dem Wahlkreisabgeordneten der CDU in Esslingen, Andreas Deuschle.

Wie in den bisherigen Gesprächen mit den Wahlkreisabgeordneten aus Esslingen und Kirchheim ging es auch bei diesem Treffen vor allem um die angespannte Unterrichtsversorgung.

Am Beispiel einzelner Schulen im Landkreis verdeutlichten die Vertreter der GEW, dass dringend mehr Lehrkräfte und Ressourcen benötigt werden. "Wenn heute eine Lehrkraft mit einer vollen Unterrichtsverpflichtung für längere Zeit ausfällt, gibt es keinen Ersatz." beschreibt Hans Dörr die aktuelle Situation. Um die Unterrichtsversorgung auch in solchen Fällen sicherstellen zu können, müssten die Ressourcen für die Abwesenheitsvertretung auf mindestens 6 Prozent erhöht werden.

"Ohne ausreichend Personal, Stunden und Arbeitszeit ist Qualitätsentwicklung kaum möglich" sagt David Warneck und ergänzt: "Es kann in diesem Zusammenhang nicht sein, dass die Landesregierung die Qualität verbessern will und gleichzeitig die Mittel für die Lehrkräftefortbildung um eine halbe Millionen Euro kürzt."

Ein weiteres Gesprächsthema war die besonders schwierige Situation an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Hier fehlen ausgebildete Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Daher müsse dringend ein Qualifizierungsprogramm für die Lehrkräfte an den auslaufenden Werkrealschulen auf den Weg gebracht werden. Für Hans Dörr ist klar: "Nur wenn es ausreichend Lehrkräfte aus dem sonderpädagogischen Bereich gibt kann auch Inklusion gelingen".
Zudem müssten die Zulassungsvoraussetzung für die entsprechenden Studiengänge umgehend erhöht werden.

Darüber hinaus kritisierten die Vertreter der GEW erneut den sog. "Orthographie-Brief" der Kultusministerin. Es sei für die Kolleginnen und Kollegen an den Grundschulen nicht nachvollziehbar, dass in dem Schreiben die zahlreichen Forschungsergebnisse zum Schriftsprach­erwerb einfach ignoriert werden. "Natürlich wird an den Grundschulen Wert auf Rechtschreibung gelegt" unterstreicht Hans Dörr.

Trotz der deutlichen Hinweise auf die Probleme war das Gespräch konstruktiv und offen. Beide Seiten waren sich einig, dass diese Form des Austauschs auch in Zukunft wichtig ist.