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Kabinettsabend Bildung am 28. November

GEW fordert Enquete-Kommission Fachkräftemangel

GEW-Landesvorsitzende Monika Stein gibt der Landesregierung für ihren Kabinettsabend Hausaufgaben auf und macht konkrete Vorschläge für die baden-württembergische Bildungspolitik. Wichtig seien Investitionen in die Fachkräfte von morgen, so Stein.

GEW-Landesvorsitzende Monika Stein spricht mit der Presse.
GEW-Landesvorsitzende Monika Stein spricht mit der Presse.

Die Bildungsgewerkschaft GEW freut sich, dass sich morgen am 28. November die Mitglieder der Landesregierung bei einem Kabinettsabend mit der Bildungspolitik befassen und erwartet danach konkrete Ergebnisse. Eine Enquete-Kommission Fachkräftemangel solle eingesetzt werden.

„Im Landeshaushalt, der kurz vor Weihnachten verabschiedet werden soll, stehen 700 neue Stellen für Bildung, davon 500 für Lehrkräfte, und 15 Millionen Euro für die Bezahlung der Sommerferien für die befristet beschäftigten Lehrkräfte. Wir freuen uns über diesen Teilerfolg. Wie sollen aber damit Mega-Projekte wie der Ganztagsausbau, Sprachförderung, Integration Geflüchteter und die steigenden Schüler*innenzahlen gestemmt werden? Seit dem ersten Schultag am 12. September haben die Schüler*innen und ihre Eltern Unterrichtsausfall erlebt. Fast alle Schularten haben in diesem Schuljahr zu wenig Lehrkräfte, um den Pflichtunterricht sicherzustellen. Wir brauchen für gute Bildung im Länd kurz- und mittelfristige Maßnahmen“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Freiburg.

Stein gibt der Landesregierung für ihren Kabinettsabend Hausaufgaben auf und macht konkrete Vorschläge für die baden-württembergische Bildungspolitik. Die GEW setzt sich für ein Gesamtkonzept gegen den Fachkräftemangel und neue Investitionen ein. Durch Einsetzung einer Enquete-Kommission zum Fachkräftemangel im Bildungsbereich sollen alle Kräfte gebündelt und unter anderem zusammen mit Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, Elternverbänden und Wissenschaftler*innen neue und tragfähige Konzepte entwickelt werden, um den Nachwuchs der pädagogischen Profis in Kitas und Schulen zu sichern. „Für die Automobilindustrie gibt es einen Strategiedialog, zum Thema Bildung einen Kabinettsabend. Das zeigt den Stellenwert, den Bildung und Investitionen für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen derzeit in der Landesregierung haben. Durch die Kampagne The Länd Fachkräfte anzuwerben, mag sinnvoll sein. Wichtiger sind aber Investitionen in die Fachkräfte von morgen in unseren Kitas und Schulen“, mahnte die GEW-Landesvorsitzende.

Die Bildungsgewerkschaft lädt die Kabinettsmitglieder zu Schulbesuchen ein. „Wir brauchen keine nichtssagenden Vergleiche mit Schülerzahlen aus dem Jahr 1980. Wer im Jahr 2022 eine Grundschule besucht, wird sofort verstehen, warum auch Grundschulen wie alle anderen Schulen zusätzliche Stunden für Förderangebote brauchen. Wer nächste Woche um 11 Uhr vor einer Realschule steht und sieht, wie die ersten Klassen wegen Unterrichtsausfall nach Hause gehen, weiß, dass die ständige Vertretungsreserve mit knapp 2.000 Lehrkräften bei 5.000 bis 7.000 dauerhaften Ausfällen viel zu klein ist. Das sind nur zwei von vielen Beispielen der vielen bildungspolitischen Baustellen. Wir reden gerne über Lösungen, zum Beispiel in einer Enquete-Kommission Fachkräftemangel“, sagte Stein.

Kontakt
Matthias Schneider
Landesgeschäftsführer, Pressesprecher
Telefon:  0711 21030-14
Mobil:  0160 4458395