GEW Baden-Württemberg
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Bildungspolitische Reformen ohne Sparkurs fortsetzen

Anhebung der Eingangsbesoldung für neue Lehrer/innen nicht weiter verschieben

22.06.2016 - GEW-Pressemitteilung

PM 25/16: (Zumeldung PM KM, 22.06.16, Lehrereinstellung)

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW freut sich über die guten Einstellungsperspektiven für junge Lehrer/innen und verlangt Maßnahmen zur Sicherung des Lehrerbedarfs an den Schulen in Baden-Württemberg.

„Die Zahl von rund 6.000 Einstellungsmöglichkeiten für neue Lehrkräfte, die im September in den Klassenzimmern starten, ist eine gute Nachricht für die Bewerberinnen und Bewerber und die Schulen. Unser Einsatz gegen die Sparpolitik und für eine ausreichende Grundausstattung der Schulen hat sich gelohnt. Auch dieses Jahr können allerdings nicht alle Stellen besetzt werden, weil nicht genügend Bewerbungen vorliegen. Vertretungslehrkräfte werden dann noch weniger verfügbar sein als im laufenden Schuljahr. Wir brauchen endlich mehr feste Stellen für die Lehrerreserve, mindestens Jahresverträge und bessere Bezahlung für die befristet Beschäftigten. Kurze befristete Verträge sind inakzeptabel und können die Unterrichtsversorgung nicht sichern“, sagte am Mittwoch (22.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Die GEW befürchtet, dass es im neuen Schuljahr aufgrund der guten Einstellungsquoten für Lehrer/innen nicht genügend Vertretungslehrkräfte geben wird. Außerdem stelle die Ausstattung der Inklusion deren erfolgreiche Umsetzung in Frage. Hier gebe es zusätzlichen Stellenbedarf. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren für erfolgreiche Inklusion weitere Stellen geschaffen werden müssen, das Kultusministerium hat 2015 selbst bereits von 3.000 bis 4.000 Stellen gesprochen“, sagte Moritz.

Die GEW erwartet, dass Lehrerinnen und Lehrer beim Berufseinstieg bald wieder das reguläre Gehalt erhalten. „Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer werden sich nicht von einer vagen Formulierung im Koalitionsvertrag davon überzeugen lassen, in baden-württembergischen Klassenzimmern zu unterrichten. Die GEW hat in den vergangenen Jahren mehrfach auf dem Schlossplatz in Stuttgart gegen die Kürzungen demonstriert. Wer den Lehrernachwuchs sichern will, muss als Arbeitgeber auch vernünftige Rahmen-bedingungen bieten und die pädagogischen Profis ordentlich bezahlen. Das erwarten wir auch für die Gehaltsrunden sowohl für Angestellte und Beamte in den nächsten Jahren“, sagte Moritz. Sowohl die CDU/FDP-Regierung als auch die Grüne/SPD-Regierung hatten das Einstiegsgehalt für Lehrkräfte um jeweils vier Prozent gekürzt. Das hatte auch dazu geführt, dass in Baden-Württemberg ausgebildete Lehrer/innen in die Schweiz und andere Bundesländern wechselten.

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