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GEW begrüßt Stopp der Lehrerstellenstreichungen

17.07.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW verlangt Trendwende der grün-schwarzen Bildungspolitik

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt den Stopp der Stellenstreichungen bei Lehrer/innen. „Unser Druck hat gewirkt und die Landesregierung hat endlich gemerkt, dass sie mit alten Zahlen geplant und nicht registriert hat, wie die Situation in unseren Klassenzimmern tatsächlich ist. Ziel einer verantwortungsbewussten Landesregierung muss es sein, nicht nur die größten Löcher zu stopfen, sondern sicherzustellen, dass an den Schulen mehr Lernzeit für die Schüler/innen geschaffen wird. Insbesondere die Grundschulen müssen besser ausgestattet werden. Das reiche Baden-Württemberg fällt mit der Streichung der Fremdsprache in Klasse 1 und 2 wieder weit hinter die Lehrer-/Schüler-Relation aller anderer Bundesländer zurück. Wir haben weiterhin kein Verständnis für die Streichung von 750 Lehrerstellen in diesem Jahr und die Kürzung der Mittel für Lehrerfortbildung“, sagte am Montag (17.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW ruft Grün-Schwarz zu einer Trendwende in der Bildungspolitik auf. „Bisher hat die Landesregierung nur darüber geredet, in der Bildung besser werden zu wollen, aber die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen. Ein wichtiges Instrument zur Qualitätsverbesserung ist es, an allen Schulen Zeit für Konzeptionserarbeitung und Zusammenarbeit der Lehrerteams zu schaffen. Und nur politische Verlässlichkeit und die Perspektive auf akzeptable Arbeitsbedingungen in der Schule motivieren Abiturientinnen und Abiturienten zur Entscheidung für ein Lehramtsstudium. Sonst lässt sich der Lehrermangel auf Dauer nicht beseitigen“, sagte Moritz.

Die GEW hatte seit Bekanntgabe der Pläne zur Stellenstreichung im Jahr 2012 durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann für mehr Investitionen in Bildung gekämpft und unter anderem nach mehreren Demonstrationen 2014 eine Aussetzung des Stellenabbauplans erreicht. Als Grüne und CDU die Stellenstreichungen trotz veralteter Schülerzahlprognosen fortsetzen wollte, machte die Bildungsgewerkschaft mit ihren 50.000 Mitgliedern weiter Druck. Am 30. Juni demonstrierte sie in Stuttgart unter dem Motto „Baustelle Bildung“.

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