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1 Woche Schule – durchwachsene BilanzGEW: Kultusministerium soll Expert*innen besser einbeziehen

Die GEW erwartet vom Kultusministerium bei den weiteren Schulöffnungen eine stärkere Einbeziehung der Träger und Expert*innen für die einzelnen Schularten sowie Flexibilität vor Ort.

08.05.2020

Die GEW hat sich heute (8. Mai) in einem Brief an Schulleitungen der 4.500 Schulen in Baden-Württemberg für ihren Einsatz bedankt. Für die weiteren geplanten Schulöffnungen sieht die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz noch zahlreiche offene Fragen.

„Die Präsenz in den Osterferien, die erweiterte Notbetreuung, jetzt der Start der Abschlussklassen, die angekündigte Rückkehr weiterer Schüler*innen, der eigene Präsenz- und Fernunterricht bedeuten ständiges Jonglieren und neu Planen mit dem noch vorhandenen Personal und den Räumen. Ich spreche Ihnen meinen herzlichen Dank aus für dieses Engagement und wünsche Ihnen ganz viel Kraft und natürlich Gesundheit“, schreibt Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW am Freitag (08.05.) in einer E-Mail an die Schulen.

Die GEW erwartet vom Kultusministerium bei den weiteren Schulöffnungen eine stärkere Einbeziehung der Träger und Expert*innen für die einzelnen Schularten sowie Flexibilität vor Ort. „Viele Schulleitungen melden sich bei uns und weisen auf die vielen Hürden für den Unterricht für weitere Klassen unter Einhaltung der Regeln für den Infektionsschutz hin. Nichts wünschen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und mit ihnen die Eltern so sehr wie die Rückkehr in die Klassenzimmer. Die Erfahrungen in dieser Woche waren insgesamt positiv. Trotzdem war es schon mit den älteren Schüler*innen nicht immer möglich, Sicherheitsabstände einzuhalten. Für den Unterricht in den Grundschulen und weiterführenden Schulen ist an vielen Schulen noch ungeklärt, wie dieser sicher gelingen kann. An Beruflichen Schulen müssen an so vielen Schularten gleichzeitig Abschlussprüfungen abgenommen werden, dass noch nicht überall sicher ist, ob das gelingen kann“, sagte Moritz.

Die GEW erwartet, dass für jede Schule die Situation sorgfältig bewertet werden muss und die Schulträger ihre Hausaufgaben erledigen. „Dazu gehört nicht nur die Seife auf den Toiletten. Wenn  Schulen eine Maskenpflicht im Schulgebäude empfehlen, müssen die Kommunen die Masken auch zur Verfügung stellen. Bei der Aufteilung von Klassen auf verschiedene Räume muss geklärt werden, ob dafür genügend Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte zur Verfügung stehen und wie gleichzeitig der online-Unterricht jongliert werden kann“, sagte Moritz.

Auch das nächste Schuljahr müsse vorbereitet und zum Beispiel die Vertretungsreserve jetzt ausgebaut werden. Die GEW weist darauf hin, dass bald geklärt werden müsse, welcher Bedarf für eine Notbetreuung in den Pfingstferien bestehe und ob auch andere Fachkräfte die Betreuung übernehmen können. „Vor allem die Schulleitungen brauchen in den Pfingstferien auch einmal eine Pause“, sagte Moritz.

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