GEW Baden-Württemberg
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Grundschulen wachsen – der Lehrerbedarf auch

Wer hätte vor kurzer Zeit noch damit gerechnet, dass die Schülerzahl an den Grundschulen wieder leicht wächst.

10.02.2015

(Zumeldung Stat. Landesamt, 10.02.15: Übergangsquoten)

Hohe Herausforderung für Realschulen – Unterstützung nötig

Stuttgart – „Wer hätte vor kurzer Zeit noch damit gerechnet, dass die Schülerzahl an den Grundschulen wieder leicht wächst. Dies hat auch langfristige Auswirkungen auf den Lehrerbedarf. Die jetzige Landesregierung und die Regierung nach der Landtagswahl 2016 müssen sich darauf einstellen, dass es angesichts dieser Zahlen und der Projekte wie Inklusion und Ganztagsschulausbau keinen Spielraum für Stellenstreichungen geben wird. Stattdessen brauchen die Schulen mehr Zeit, um Schüler gut begleiten und fördern zu können“, sagte am Dienstag (10.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

An den Realschulen, an denen 23 Prozent der Fünftklässler eine Haupt-/Werkrealschulempfehlung und 21 Prozent eine Gymnasialempfehlung mitbringen, gibt es weiter die größte Heterogenität in den Klassen. „Der angekündigte Ausbau der Poolstunden, die Einführung einer Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6 sowie die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss an der Realschule zu erwerben, sind die wichtigen und logischen Konsequenzen. Gleichzeitig brauchen die Lehrkräfte an den Haupt- und Werkrealschulen angesichts der weiter sinkenden Schülerzahlen schnell klare Perspektiven“, sagte Moritz.

Die GEW setzt sich dafür ein, das gewachsene Vertrauen in die neuen Gemeinschaftsschulen zu stärken und die Schulen intensiver zu unterstützen. „Die Übergangszahlen zeigen auch, dass dort, wo Gemeinschaftsschulen gegründet wurden, diese auf gute Akzeptanz bei den Eltern stoßen. Diejenigen, die Gemeinschaftsschulen kennen, sind überzeugt von diesem zukunftsweisenden Konzept. Die Gemeinschaftsschulen brauchen allerdings unter anderem für die Sicherung gymnasialer Standards bessere Rahmenbedingungen“, sagte Moritz.

Die deutlichen Unterschiede beim Übergangsverhalten zwischen Stadt und Land bestätigt die Notwendigkeit der regionalen Schulentwicklungsplanung. „Wenn Schulstandorte wegfallen, brauchen wir umso notwendiger eine möglichst wohnortnahe Schulform, die alle Abschlüsse anbietet. Die Nähe zur Schule ist für viele Eltern oft wichtiger als die Frage, ob auf dem Türschild Gemeinschaftsschule, Realschule oder Gymnasium steht“, so Moritz

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