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GEW kritisiert Abschaltung von BelWü für SchulenSchulen brauchen ein digitales Landesnetz

Die GEW ist entsetzt, dass das Landeshochschulnetz BelWü die schulischen Dienste einstellen will. Das Land müsse jetzt dringend mehr Personal einstellen und in die technische Infrastruktur investieren, fordert GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.

04.05.2021 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW ist entsetzt über die Mitteilung, dass das Landeshochschulnetz BelWü die schulischen Dienste einstellen will. „Wie wichtig die Anbindung der Schulen an BelWü ist, wissen wir spätestens seit März 2020“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Freiburg. Innerhalb von Stunden wurde allen Schulen in Baden-Württemberg im Frühjahr des vergangenen Jahres das Lernmanagementsystem Moodle zur Verfügung gestellt, um den Fernunterricht zu organisieren. „Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass dies nur durch einen enormen Kraftakt der Beschäftigten bei BelWü und am ZSL möglich war“, so Stein weiter. Die GEW fordert deshalb, dass das Personal dringend aufgestockt werden muss und dass das Land schnell mehr Investitionen in die technische Infrastruktur für die Schulen ermöglichen muss.

„Die Nachricht, dass die Dienste eingestellt werden sollen, kam zu einem völlig falschen Zeitpunkt“, kritisierte die GEW-Landeschefin. Die Schulen kämpfen sich seit über einem Jahr durch die Pandemie und sind über die Belastungsgrenze längst hinaus. Die Aufregung an den etwa 2.000 Schulen im Land, die BelWü nutzen, ist jetzt groß. „Wir bekommen seit dem Wochenende unzählige Rückmeldungen von verunsicherten Schulleitungen und Netzwerkbetreuer*innen“. Die GEW erwartet deshalb von der Landesregierung, das entstandene Chaos so schnell wie möglich zu beseitigen. Sonst müssen sich diese Schulen in den nächsten Monaten um neue Anbieter für die Homepages und andere Angebote im Internet kümmern. Die bisherigen Stellungnahmen aus dem Kultus- und Wissenschaftsministerium beschönigen das Problem, bieten den Schulen aber keine Lösung.

Neue Landesregierung muss neue Strukturen schaffen

„Auch wenn Moodle und die E-Mail-Adressen der Lehrkräfte und Schüler*innen vorerst nicht betroffen sind, müssen sich viele Schulen unter hohem Zeitdruck um neue Anbieter für die Schulhomepage kümmern. Manche stehen am Ende vielleicht sogar ohne Internet da, wenn es bald keine Anbindung mehr an das DSL- beziehungsweise Kabelnetz gibt“, ergänzte der stellvertretende Landesvorsitzende David Warneck in Stuttgart. Es ist vollkommen unverständlich, dass durch Corona überlastete Schulleitungen und Netzwerkberater*innen sich in der aktuellen Situation jetzt auch noch um diese Themen kümmern müssen.

„Schulleitungen und Netzwerkbetreuer*innen fehlt schon jetzt die Zeit, sich um die stetig wachsende IT-Ausstattung zu kümmern. Jetzt sollen sie auch noch diese Suppe auslöffeln“, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende. Die GEW fordert, dass das Kultusministerium schnell für eine verlässliche, einheitliche und für die Schulen einfach umzusetzende Lösung sorgt. Der Aufwand der Schulen muss dabei unbedingt so gering wie möglich gehalten werden. Aus Sicht der GEW müssen die Schulen weiterhin an das Landesnetz angebunden bleiben. Dazu muss entweder die Struktur des Landeshochschulnetzes ausgebaut werden, um auch die Schulen dauerhaft einzubinden, oder es braucht ein eigenes Rechenzentrum für die Schulen im Land. Beides setzt ausreichend personelle und finanzielle Mittel voraus. „Die neue Landesregierung steht nun in der Verantwortung, die dafür notwendigen Strukturen zu schaffen. Es kann nicht sein, dass die Digitalisierung der Schulen von schlechten Nachrichten und ständigen Rückschlägen geprägt ist“, sagte Stein.