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Neues KonzeptSchulleitungen: Mehr Zeit führt zu besserer Qualität

Die GEW begrüßt, dass das Land erste Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Schulleitungen vereinbart hat. Dabei kommt die zeitliche Entlastung der Führungskräfte an Schulen zu kurz. Ein anderer GEW-Vorschlag wurde aufgenommen.

17.09.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt, dass das lange angekündigte Konzept für Schulleitungen jetzt vorliegt und macht sich auch für eine zeitliche Entlastung der Chefinnen und Chefs an den Schulen stark.

„Es ist gut, dass Kultusministerin Susanne Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann erste Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Schulleitungen vereinbart haben. Die GEW erwartet, dass angesichts der üppigen Haushaltssituation Finanzministerin Edith Sitzmann schnell wirksame Schritte ermöglicht.

Denn überlastete Schulleitungen sind nicht nur ein Problem für die Betroffenen und machen das Berufsbild unattraktiv. Die Überlastung hat Auswirkungen auf die Qualität der Schule und auf die Arbeitszufriedenheit aller Lehrkräfte“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW-Chefin nennt es „völlig inakzeptabel, dass die Erhöhung der Leitungszeit erst die Stufe 2 der Verbesserungen sein soll. Die große Überlastung vor allem der Grundschulen mit ihren vielfältigen Herausforderungen ist dem Kultusministerium seit Jahren bekannt. Kultusministerin Eisenmann macht die Entlastung der Schulleitung jetzt von einer besseren Unterrichtsversorgung abhängig. Wenn nicht endlich mehr Studienplätze für Grundschullehrkräfte geschaffen werden, verschiebt sich die Verbesserung für Grundschulen auf den St. Nimmerleinstag“, sagte Moritz.

Im Landeshaushalt Maßnahmen absichern

Die Bildungsgewerkschaft lobt, dass der GEW-Vorschlag umgesetzt werden soll und kommissarische Schulleitungen für diese Tätigkeit eine Zulage bekommen sollen. Bisher haben sie zum Teil mehrere Jahre eine Schule geleitet, ohne einen Cent mehr zu bekommen. „Endlich sollen auch Schulleitungen der Grund- und Hauptschulen sowie Werkrealschulen in der Besoldung den Realschulen und Gemeinschaftsschulen gleichgestellt werden. Für diese Ungleichbehandlung gab es noch nie einen Grund“, so Moritz.

Für die Umsetzung der Maßnahmen ist keinerlei Zeitplan genannt. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viele Ankündigungen der grün-schwarzen Landesregierung erlebt, kaum etwas ist konkret in den Klassenzimmern angekommen. Wir erwarten, dass im nächsten Landeshaushalt alle genannten Maßnahmen und eine zeitliche Entlastung der Schulleitungen abgesichert und die Vorschläge im nächsten Schuljahr umgesetzt werden“, sagte Moritz. Die GEW setzt sich außerdem dafür ein, dass Assistenzsysteme auch für kleinere Schulen ermöglich werden.

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