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LehrermangelStudie zum Lehrerbedarf an beruflichen Schulen vorgestellt

In Baden-Württemberg werden die Schülerzahlen an den beruflichen Schulen nach einem Rückgang bis 2024 bis zum Jahr 2030 wieder ansteigen. Die GEW weiß, wie die hohe Qualität der beruflichen Ausbildung gesichert werden kann.

06.11.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat heute in Frankfurt am Main eine Länderstudie zum Lehrerbedarf an beruflichen Schulen vorgestellt. In Baden-Württemberg werden die Schülerzahlen an den beruflichen Schulen nach einem Rückgang bis 2024 bis zum Jahr 2030 wieder ansteigen.

„Für die prognostizierten 384.000 Schülerinnen und Schüler im Jahr 2030 werden wir 21.000 Lehrkräfte brauchen. Bereits jetzt werden für viele Stellen vergeblich Lehrerinnen und Lehrer gesucht. Das wird sich durch die Pensionierungen und die steigenden Anforderungen in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Die Landesregierung muss jetzt Studienplätze ausbauen und den Direkteinstieg attraktiver gestalten, sonst steht die hohe Qualität der beruflichen Ausbildung an unseren Schulen auf der Kippe“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die heute vorgestellte bundesweite „Prognose der Schüler/innenzahl und des Lehrkräftebedarfs an berufsbildenden Schulen in den Ländern bis 2030“ ergänzt die vergangene Woche erschienene Bertelsmann-Studie und weist für jedes der 16 Bundesländer eine Vorausberechnung der Schüler/innenzahlen und des Lehrkräftebedarfs aus. Derzeit besuchen gut 420.000 Schülerinnen und Schüler die beruflichen Schulen im Südwesten.

Mehr Studienplätze und übertarifliche Zulagen für Direkteinsteiger

Die Kultusministerkonferenz hatte bereits Anfang Oktober von 8.670 fehlenden Lehrkräfte bundesweit gesprochen und war dabei aber von rückläufigen Schülerzahlen ausgegangen. Nach den heute vorgestellten Zahlen wird die Lehrkräftelücke deutlich größer ausfallen.

„Bereits bei den allgemein bildenden Schulen hat die letzte Landesregierung zu lange die Schülerzahlprognosen ignoriert, ausbaden müssen das heute die Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen, für die zu wenig Lehrkräfte ausgebildet wurden. Die Landesregierung hat die Verantwortung, jetzt zu handeln und rechtzeitig zu investieren“, so die GEW-Chefin.

Die GEW berichtet unter anderem von Schulen, die Stellen für Informatik ausgeschrieben hatten und keine einzige Bewerbung erhielten. Lehrkräfte fehlen derzeit insbesondere in berufsbezogenen Fächern an Gewerblichen Schulen, für Betriebswirtschaftslehre und auch in der Sozialpädagogik für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern.

„Wir brauchen mehr Studienplätze in den Mangelfächern und mehr Direkteinsteiger. Dieser Quereinstieg kann in Mangelfächern für Bachelor- sowie FH-Absolventinnen und -Absolventen ausgeweitet und muss durch übertarifliche Zulagen attraktiver werden. Die Direkteinsteiger sollten durch Mentoringprogramme unterstützt werden. Lehrkräfte, die Quer- und Seiteneinsteiger ausbilden und betreuen, müssen entlastet werden, die ausbildenden Schulen Unterstützung erhalten. Nur so kann die Qualität des Unterrichts gesichert werden“, sagte Moritz.

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