GEW Baden-Württemberg
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UnterrichtsausfallVertretungsreserve schnell ausbauen

Die GEW fordert, die Lehrerreserve in Baden-Württemberg sofort auszubauen. 1.666 Stellen für die ständige Lehrerreserve reichen nicht aus, wenn es pro Schuljahr 6.000 bis 7.000 Lehrkräfte gibt, die längere Zeit ausfallen.

14.01.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für einen schnellen Ausbau der Lehrerreserve in Baden-Württemberg stark.

„Die Steuereinnahmen sprudeln. Niemand versteht, warum nicht angesichts des Unterrichtsausfalls die Vertretungsreserve schnell ausgebaut wird. In Schularten, in denen kein Lehrermangel herrscht, könnte die Vertretungsreserve sofort ausgebaut werden. Mit den Gymnasien sollte begonnen werden, im September haben 2.000 Gymnasiallehrkräfte keine Stelle bekommen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehungs und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW erwartet von der Landesregierung einen zügigen Ausbau der Vertretungsreserve. „Wir haben für viele Fächer in den weiterführenden Schulen genug Bewerberinnen und Bewerber auf dem Arbeitsmarkt. Es ist angesichts der vielen Ausfälle längst überfällig, die feste Vertretungsreserve mit zusätzlichen Planstellen auszubauen und für eine bessere Unterrichtsversorgung an Haupt-/Werkrealschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zu sorgen“, so Moritz.

Stichprobe zum Unterrichtsausfall ist „Spitze des Eisbergs“

In der ständigen Lehrerreserve sind 1.666 Stellen, gleichzeitig gibt es pro Schuljahr 6.000 bis 7.000 Lehrkräfte, die längere Zeit ausfallen, die meisten aufgrund von Mutterschutz und Elternzeit. Grüne und SPD hatten sich 2011 auf einen Ausbauplan geeinigt und wollten jährlich die Lehrerreserve um 200 Stellen ausbauen. Der Ausbauplan wurde nach zwei Jahren wieder eingestellt, obwohl die Zahl der Ausfälle weiter steigt.

„Was spricht dagegen, diesen Ausbauplan sofort wieder aufzunehmen? Seitdem ist die Zahl der jungen Lehrkräfte, die Kinder bekommen, weiter gewachsen und die Zahl der Ausfälle steigt kontinuierlich“, sagte die GEW-Chefin.

Die Bildungsgewerkschaft weist daraufhin, dass die Stichprobe zum Unterrichtsausfall nur die „Spitze des Eisbergs“ ist. „Wir haben zum Beispiel die verlässliche Grundschule. In der Statistik stehen 1,0 Prozent Ausfall für die Klassen 1 bis 4, aber in der Realität werden Klassen zusammengelegt und regulärer Unterricht kann nicht stattfinden. Es wird auch nicht erfasst, wenn Schulen bereits zu Beginn des Schuljahres Pflichtunterricht kürzen oder für die gestiegenen Herausforderungen und Aufgaben zu wenige Lehrkräfte in den Klassenzimmern stehen“, so die Landesvorsitzende.

Die GEW erwartet von der Kultusministerin eine mittel- und langfristige Lehrkräftebedarfsplanung, die künftige Bedarfe zum Beispiel für pädagogische Reformen beinhaltet und die Schulen so versorgt, dass mehr Unterricht als bisher vertreten werden kann.

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