GEW Baden-Württemberg
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Solidarische OsternGEW ruft ihre 51.000 Mitglieder zu Spenden auf

Die größte Interesssenvertretung im Bildungsbereich ruft angesichts der Coronakrise zu Spenden für zahlreiche Organisationen auf. Außerdem stellt die Bildungsgewerkschaft klar, unter welchen Bedingungen Bildungseinrichtungen wieder öffnen können.

08.04.2020 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW ruft ihre 51.000 Mitglieder in Baden-Württemberg angesichts der Coronakrise zu Spenden für zahlreiche Organisationen auf. Die größte Interesssenvertretung im Bildungsbereich sagt zum Thema Öffnung von Kitas und Schulen: „Die Sicherheit für Kinder und Jugendliche sowie die pädagogischen Fachkräfte und Lehrer*innen muss bei allen Entscheidungen an erster Stelle stehen.“

„In Kitas und Schulen dürfen keine anderen Regeln als im öffentlichen Raum und in der Familie gelten. Kein Unterricht kann so wichtig sein, dass dafür die Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird. Je jünger die Kinder, umso zurückhaltender muss der Wiedereinstieg sein. Das gilt auch für die Prüfungen in allen Schularten. Wie die Landesregierung gehen wir davon aus, dass es keine schnelle Rückkehr zur Normalität auch in Kitas und Schulen geben wird. Mein Dank geht an Lehrkräfte, Schulleitungen, Erzieher*innen, Eltern und die Schul- und Kultusverwaltung. Sie bewältigen die völlig neuen großen Herausforderungen sehr gut. Es ist auch bemerkenswert, wie gut sich Kinder und Jugendliche an die Vorgaben halten, die unter den beschränkten Kontakt- und Bewegungsmöglichkeiten besonders leiden“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW erwartet, dass der Start des Schulbetriebs zeitlichen Vorlauf braucht und für die Entscheidungen der Sachverstand der medizinischen Experten zugrunde gelegt wird. Die Organisation innerhalb der Schule, der Zugang zu den Gebäuden, die Unterrichtsorganisation sei nicht innerhalb von zwei Tagen zu managen. Auch ein Start mit vollen Schulbussen wäre fatal. „Dabei geht es auch um selbstverständliche Dinge, die aber vor drei Wochen noch in vielen der 4.500 Schulen in unserem Land nicht vorhanden waren: Die Schulträger sind in der Pflicht Seife, Einweghandtücher und Handdesinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen“, sagte Moritz. Auch das Tragen des Mundschutzes sei zu klären.

Die GEW geht derzeit davon aus, dass es gelingen kann, die Abschlussprüfungen in den verschiedenen Schularten organisieren zu können. Wichtig sei dabei, die Prüfungen in allen allgemein bildenden und beruflichen Schulen im Blick zu haben und eine gute Abstimmung unter den Bundesländern.

Die GEW kritisiert, dass es zur Perspektive der Öffnung der Krippen und Kitas keinerlei Aussagen gibt. Die Erzieherinnen erwarten zu Recht, dass die Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht wahrnehmen und wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen.

Die GEW-Chefin macht sich dafür stark, in der Corona-Krise den Blick auch nach vorne zu richten: „Jetzt müssen Konzepte erarbeitet werden, die die deutlich verstärkte Ungleichheit aufgrund der familiären Situation in der Zeit danach systematisch angehen und Unterstützungsangebote machen.“

Die GEW unterstützt den Aufruf des Volkshochschulverbandes zur schnellen Unterstützung der Weiterbildung. In einem Schreiben an die Oberbürgermeister*innen und Bürgermeister*innen setzt sich die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz dafür ein, dass die Kommunen den Lehrkräften in diesem Notfall zur Seite zu stehen und den Ausfall der Honorareinkünfte für die Schließzeit ausgleichen.

Mit ihrem Spendenaufruf an die 51.000 GEW-Mitglieder in Baden-Württemberg will die Bildungsgewerkschaft zeigen, dass Gewerkschaften für Solidarität stehen. „Wir stehen in dieser Situation für konstruktive Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung, für die Unterstützung der Schwächeren statt für Ausgrenzung zum Beispiel durch Sitzenbleiben. Wir wünschen allen solidarische und gesunde Ostern“, so die GEW-Landesvorsitzende Moritz.

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