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Schuljahr 2019/20Landesregierung kann mehr gegen Lehrermangel tun

Mehr als 700 Lehrerstellen im Land sind nicht besetzt. Seit Oktober letzten Jahres lägen dem Kultusministerium zwölf Vorschläge zur Gewinnung von Lehrkräften vor, die keine Berücksichtigung fänden, sagte GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz.

05.09.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von der grün-schwarzen Landesregierung mehr Maßnahmen gegen den Lehrermangel. Grüne und CDU würden die Planungsfehler der grün-roten Landesregierung fortsetzen und langfristig nicht genügend Lehrkräfte ausbilden.

„Seit Oktober 2018 liegen dem Kultusministerium zwölf Vorschläge zur Gewinnung von Lehrkräften vor, die dort offenbar in der Schublade verschwunden sind. Wir erwarten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dass er den Lehrermangel zur Chefsache macht und sich nicht mit über 700 nicht besetzten Lehrerstellen im Land zufrieden gibt“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Zu den Vorschlägen der Bildungsgewerkschaft zählen unter anderem eine Erhöhung der Altersermäßigung, da nur 26 Prozent der Lehrkräfte bis zur gesetzlichen Altersgrenze arbeiten und bessere Qualifizierungsangebote für Personen ohne vollständige Lehrerausbildung.

Jetzt Weichen für kommendes Jahrzehnt stellen

Die GEW befürchtet, dass die Landesregierung die Planungsfehler der grün-roten Landesregierung fortsetzt und langfristig nicht genügend Lehrkräfte für die baden-württembergischen Schulen ausgebildet werden. Die Maßnahmen gegen den Lehrermangel in Grundschulen und bei Sonderpädagog/innen seien nicht ausreichend. Weitere zusätzliche Studienplätze seien notwendig.

„Selbst wenn alle Anforderungen von Kultusministerin Susanne Eisenmann im Doppelhaushalt erfüllt werden, wird für Zukunftsprojekte wie den Ganztagsausbau, Inklusion und Digitalisierung nicht genügend Geld zur Verfügung stehen. Die Landesregierung muss jetzt die Weichen für das kommende Jahrzehnt stellen: Ausbildung und Qualifizierung der Lehrkräfte, Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und Schulleitungen müssen die Eckpfeiler der Qualitätsentwicklung werden“, mahnte Moritz.

Die Lehrerbedarfsprognosen des Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm für die Grundschulen und die weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg ergeben einen höheren Bedarf an Studienplätzen.

Die GEW erwartet vom Kultusministerium mehr Transparenz bei der Lehrereinstellung. „Welche Qualifizierung haben zum Beispiel die 120 Personen, die ohne entsprechende Qualifikation auf einem Drittel der Stellen für Sonderpädagogik eingestellt wurden? Die Zahl der eingestellten Lehrkräfte ohne Lehrerausbildung ist von 871 auf 1.080 gestiegen. Das ist kein gutes Zeichen für die Qualitätsentwicklung in unseren Klassenzimmern“, sagte die GEW-Landeschefin.

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