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Lehrkräfte leisten 50.000 unbezahlte Überstunden pro Woche

Die GEW fordert, die Unterrichtsverpflichtung an Gymnasien zu senken. Die Lehrerinnen und Lehrer seien am Limit. Das teilte Landesvorsitzende Doro Moritz bei einer Tagung der Gymnasiallehrkräfte mit.

09.03.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich für eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung an Gymnasien ein. „Die Arbeitszeitstudie für Gymnasiallehrkräfte in Niedersachsen lässt sich auch auf Baden-Württemberg übertragen. Die Überstundenberge in den Gymnasien wachsen, viele Lehrerinnen und Lehrer sind am Limit. Wir brauchen eine Senkung des Deputats und Anrechnungsstunden für die vielfältigen Aufgaben, die an den Gymnasien zu stemmen sind“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. Anlass ist eine landesweite GEW-Tagung für Gymnasiallehrkräfte in Stuttgart.

Eine repräsentative mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführte Arbeitszeitstudie der GEW bestätigt für niedersächsische Gymnasiallehrkräfte 50.000 unbezahlte Überstunden pro Woche. 19 Prozent der Lehrkräfte haben Arbeitswochen, die länger als 48 Stunden sind und Teilzeitkräfte sind besonders belastet. Die Arbeitszeit hängt eng mit der Qualität der Arbeit zusammen und ist ein Faktor für die Attraktivität des Lehrerberufs.

Kooperatives, problemlösendes Arbeiten gewinnt an Bedeutung

Die GEW begrüßt bei der geplanten Reform der gymnasialen Oberstufe die Rückkehr zu Leistungskursen und die Einrichtung von Basiskursen in den sogenannten Kernkompetenzfächern. Kritisch sieht die GEW die fehlende Stärkung der Gesellschaftswissenschaften in der Kursstufe.

Prof. Dr. Anne Sliwka, UNI Heidelberg, machte in ihrem Vortrag deutlich, dass sich gerade die Oberstufe des Gymnasiums stärker an die Anforderungen der Lebens- und Berufswelt orientieren müsse: „Kooperatives, problemlösendes Arbeiten gewinnt an Bedeutung.“ Es reiche nicht aus, Wissen zu erwerben. Kompetenz bestehe darin, Wissen anwenden zu können. Aufgabe der Lehrkräfte müsse es deshalb sein, Lehrer und Lernbegleiter zu sein, um Prozesse der kooperativen Lernens, Selbststeuerung und Kritikfähigkeit zu stärken.

Die GEW-Landesvorsitzende berichtete auf der Tagung, dass die GEW in den Gymnasien wie auch in allen Schularten und Bildungsbereichen seit Jahren steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen hat. Mit 50.000 Mitgliedern ist die Bildungsgewerkschaft die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg.

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