GEW Baden-Württemberg
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November-SteuerschätzungSteuerplus für „Äducätion plus“ nutzen

GEW-Landesvorsitzende Monika Stein fordert von der Landesregierung, sofort 477 neue Stellen für die Schulen zu beschließen. Kultusministerin Theresa Schopper hatte von 840 beantragten Stellen lediglich 362,5 bewilligt bekommen. Das sei zu wenig.

16.11.2021 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von Kultusministerin Theresa Schopper, dass sie nach der neuen Steuerschätzung in den aktuellen Haushaltsberatungen weitere 477 Stellen für die Schulen in Baden-Württemberg durchsetzt.

„Der Haushaltsentwurf, der dem Landtag vorgelegt wurde, war für Bildungspolitiker*innen eine herbe Enttäuschung. Nur für den vom Kultusministerium angemeldeten Bedarf wären 840 neue Stellen notwendig, im aktuellen Haushaltsentwurf sind 362,5 Stellen vorgesehen. Ich erwarte von der Kultusministerin mehr Durchsetzungsfähigkeit. Zumindest die fehlenden 477 Stellen müssen noch in den Haushalt 2022, der im Dezember im Landtag beschlossen werden soll. Der langfristige zusätzliche Bedarf für gute Bildung im Länd und für Äducätion ist noch deutlich größer. Es gilt, das Steuerplus für Äducätion plus zu nutzen“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW schlägt weiter vor, dass das Kultusministerium noch in diesem Jahr Lehrkräftebedarfsprognosen beauftragt, um den Bedarf für alle Schularten in den nächsten 20 Jahren zu berechnen. „Die letzten Bedarfsprognosen für Grundschulen und weiterführende Schulen hat die GEW von Wissenschaftler*innen errechnen lassen. Nur ein Teil der notwendigen Studienplätze und Stellen für Lehrkräfte sind daraufhin geschaffen worden. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass bundesweit eine neue Rekordzahl bei den Erstklässlern erreicht wurde und der Ganztagsausbau für Grundschulen macht weitere Stellen notwendig. Wir erwarten entsprechende Berechnungen vom Kultusministerium und die Bereitschaft der Landesregierung, die Studienplätze entsprechend auszubauen“, mahnte die GEW-Landeschefin.

Die GEW hat mehr Erwartungen an Kultusministerin Schopper. „Nach fünf Jahren Stillstand kann sie eine grüne Handschrift in der Bildungspolitik zeigen und grüne Projekte wie die Stärkung der Inklusion, der Ganztagsausbau und der Einsatz für mehr Chancengleichheit in den Kitas und allen Schularten endlich voranbringen. Die Grünen besetzen mit dem Kultus-, dem Wissenschafts- und dem Finanzministerium erstmals die drei wichtigen Ressorts, mit denen sie die Weichen für eine bessere Bildung stellen können“, sagte Stein.